Simon Tanguy "Japan", frisch eingetroffen 2011 (Foto: Peter Empl)
 

Völlig losgelöst - Workshop

zeitraumexit und Gäste schauen auf die Situation der Freien Theaterszene, die oft 'völlig losgelöst' von Sicherheiten durch feste Strukturen oder Förderung arbeitet. Das Programm bietet neben den Aufführungen auch Gespräche und einen Workshop.

 

English Version

Contaminated bodies/shifting minds (Workshop)

Freitag, 9. März und Samstag, 10. März 2012, 11:00 - 16:00

Innerhalb dieses Workshops werden wir uns unter Anleitung von Simon Tanguy, Aloun Marchal und Roger Sala Reyner mit „Shifting“ beschäftigen; mit der Fähigkeit des Körpers von einem in ein anderes Stadium überzugehen- ein Körper wie ein Radio-Sender.Wir praktizieren Bewegungsarbeit und üben uns in mentalen Techniken, um Räume zu erschaffen und diese zu „durchreisen". Zusätzlich ist der Ablauf auf technische Aspekte wie bei „material from the spine“ von Steve Paxton oder die Anwendung von gleichzeitiger Verengung und Befreiung ausgerichtet.Die Idee unserer Arbeit ist einen offenen, schnellen und reaktiven Bewusstseinszustand zu erlangen und diesen mit dem System Körper, dessen eigenem Timing und Raum, zu verbinden.Aus dieser Aufgabenstellung entwickelt sich eine spielerische Energie. In kleinen Gruppen wird diese genutzt, um die Verschmelzung von Geist und Körper zu üben. Der Workshop richtet sich an junge Performer und Tänzer. Er stellt ein Angebot zur Vermittlung neuer Kunstformen und zur Bildung/Weiterbildung/Fortbildung an Nachwuchskünstler dar, das sich aufgrund seiner Konzentration auf die Körperlichkeit besonders auch für Teilnehmer eignet, die das Thema Choreografie interessiert.  

Kursort zeitraumexit e.V., Hafenstrasse 68, 68159 Mannheim
Kurszeiten Freitag 9. und Samstag, 10. März - jeweils 11-16 Uhr
Kursgebühr 90,- € 45,- € ermäßigt (für Teilnehmer in der Ausbildung (Schüler, Studenten, Auszubildende) und in begründeten Ausnahmefällen). 
Anmeldeschluss 2. März
Anmeldung unter kb [at] zeitraumexit.de
Zusatzinfo Workshop in englischer Sprache

                                  

                                      

Trailer Gerro, Minos and Him from aloun marchal on Vimeo.

Simon Tanguy ist ein französischer Choreograph und Performer. 2011 schloss er sein Studium an der Amsterdam School for New Dance Development (SNDO) ab. Seine Performances und Choreographien werden durch seine weit gefächerte Vorbildung (Judo, Philosophie, Clownerie, Tanz) spannungsgeladen und einzigartig. Seine Körperlichkeit ist ein Amalgam aus unterschiedlicher Bewegungsintensität, extremer emotionaler Stadien und einer Musikalität, die abrupt ins Burleske umschlägt. Er belebt den zeitgenössischen Tanz durch die Energie, die er aus seiner Theaterausbildung und aus der Absurdität und Offenheit der Clownerie mitbringt. Er arbeitete als Tänzer und Performer für zahlreiche internationale Choreographen, u.a. Deborah Hay, Ame Henderson und Sarah Vanhee.

Aloun Marchal ist Tänzer, Choreograph und Dramaturg und nimmt bei der Erarbeitung von Performances unterschiedliche Rollen ein. Er beschloss sich dem zeitgenössischen Tanz zu widmen als er nach seinem Master in VWL an der Cachan Ecole Normal Supérieure feststellte, dass er zwei völlig unterschiedliche Dinge miteinander verwechselt hatte. Er verstand, dass intellektuelle Arbeit ihn dazu befähigt eine Karte zu produzieren, auf der die Eintrittswahrscheinlichkeiten realer Ereignisse abgebildet sind. Und er verstand auch, dass er die Karte mit der Realität verwechselt hatte. Seitdem fasziniert ihn der Vorgang, wie eine Idee in ein Konzept oder eine Intention übergeht, dann physisch umgesetzt wird, und schließlich vom Publikum gesehen und intellektuell begriffen wird. Aloun Marchal wohnt in Paris und in Götheborg, Schweden. Er arbeitet oft mit Gilda Stillbäck zusammen und der „Embassy Of“, die 65 junge Künstler aus mehr als 45 Ländern zusammenbringt und der er selbst angehört.

Roger Sala Reyner ist ein spanischer Choreograph und Tänzer und machte seinen Abschluss an der Amsterdam School For New Dance Development. Er begann im Alter von 13 Jahren im Theater zu arbeiten. 2005 erlangte er seinen Abschluss in „Physical Theatre and Object Manipulation“ am Theaterinstitut Barcelona. Danach bildete er sich in verschiedenen Fortbildungen weiter aus, unter anderem an der Jacques Lecoq Commedia dell’Arte, ua.a in Masken, Clownerie und Stimme. 2006 entwickelte er seine eigene Arbeit in Amsterdam. Während seiner Studienzeit tanzte er mit Steve Paxton und Jeremy Wade. In diesem Jahr arbeitete er mit Meg Stuart an ihrer aktuellen Produktion in Berlin („Violet“, Tanz im August, Tanzquartier Wien, Centre Pompidou Paris).

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