Cult Baby: against SUFFOCATION
böse blumen / Konzert-Performance
Freitag 23.Oktober 2026
19:30
- 20:30
Uhr
Ausverkauft
/ Konzert-Performance / ab 18 / deutsch + englisch / zeitraumexit @ T6/18 /
Wie lebt Geschichte weiter? Ein zufälliger Mannheimer Archivfund: die Erwähnung „einiger böser Weiber“ im Hexen-Grundbuch der Ortenau. Schutterwald, Südwestdeutschland, 1557: die Geschichte von Anna Sütterlin, dem Namen (m)einer Urgroßmutter und einem im Keim erstickten prä-feministischen Bund, wenn man so will. Auf den Spuren historischer Hexenerzählungen, Internet Aesthetics und aktueller Witch Hunts suchen die bösen blumen nach selbstbestimmter Ekstase, Widerständigkeit und Fürsorge und beschwören sich einen Witch-House-Rave herauf.
Von + Mit: Nana Bauernfeind, Lea Bäurle, Christina Bergemann, Sebastian Horn, Gina Lauser, Rebecca Okechukwu, Leya Christin Wüllner, Lola Yolanda Zbornik.
Im Rahmen der Performance „Cult Baby: against SUFFOCATION“ von böse blumen am 23. und 24.10.26 werden Teile der Ausstellung „Holding Each Other: Community Care in Times of Crisis“ (Queer Festival Heidelberg 2026) wiederaufgenommen:
Hana Ibrahims Fotoserie “Betty´s” (2019, Sulaymaniyah, Kurdistan/ Irak) folgt Betty in einem Prozess zwischen Verhüllen und Sichtbarwerden, zwischen dem Wunsch nach Selbstbestimmung und den Bedingungen einer Realität, in der Sichtbarkeit auch ein Risiko bedeutet. Transition erscheint als ein fragmentierter, psychisch wie affektiv durchlaufener Prozess der Selbstanerkennung, der sich häufig im Verborgenen vollzieht. Zwischen Schutz und Exponiertheit, Rückzug und performativer Selbstgestaltung entstehen fragile Räume, in denen ein eigenes Werden möglich wird.
Sensorische Reize: Stroboskop, intensive Lichtstimmung, Bühnennebel, allergene Naturmaterialien, hohe Lautstärke
Hinweis zum Inhalt: Die Performance bearbeitet Themen um den Komplex sexualisierter Diskriminierung. Es wird mit expliziten, teilweise sexualisierten Körperdarstellungen und Körperflüssigkeiten gearbeitet und religiöse Symbolik verwendet.
böse blumen untersuchen laut, verwundbar und in ordnungswidrigem Pathos Schmerzlinien kultureller Prägungen und deren Persistenz in Körpern. Das Mannheimer Kollektiv arbeitet in mehrjährigen, format-fluiden Forschungsprozessen, an den Schnittstellen von Performance, Musikproduktion, Text und künstlerischer Forschung. Ihre künstlerische Praxis ist nachhaltig, prozessual und iterativ: von Lecture Performances, Konzerten, Community Art Formaten bis zu installativen Ausstellungen befragen sie unterschiedliche Formate stets aus performativer Perspektive.
“Cult Baby: against suffocation” ist Teil des performative Jubiläumsprogramm zu zeitraumexits 25. Geburtstag. 25 Jahre zeitraumexit! 25 Jahre Performance Kunst, experimentelles Labor und ästhetische Forschung, Soziokultur und genreübergreifende Projekte. Schillerndes, Anstrengendes, Berührendes, Gewagtes - immer neugierig, reflektiert, sensibel und mutig. Von September bis Dezember feiern wir ein Vierteljahrhundert zeitraumexit mit einem performativen Jubiläumsprogramm, das Fragen zu Zeit und Zeitlichkeiten stellt.
Zum Jubiläumsprogramm
Fotos: Sebastian Horn + Leya Christin Wüllner

