Paskudnik


Tubi Malcharzik / Performance


Freitag 16.Oktober 2026
19:30 - 20:30 Uhr


Performance
Person liegt auf dem Bühnenboden und schaut in deren Handy
Person liegt auf dem Bühnenboden

/ Performance / ab 16 / deutsch + polnische Untertitel / zeitraumexit @ T6/18 / 


“Paskudnik” ist eine postmigrantische Drag-Persona, die beim Crossing – beim Grenzübertritt zwischen Deutschland und Polen, zwischen Vergangenheit und Zukunft – verloren gegangen ist. “Paskudnik” ist ein Wort, das häufig die Lippen des Großvaters verließ, um das Enkelkind zu rufen. In der Erinnerung bewegt es sich zwischen Esstisch, Fußballmatch, Parasit und Ekel. Eine eindeutige Übersetzung gibt es nicht. Was der Begriff genau bedeutet, bleibt unklar. Mit der Performance “Paskudnik” wirft Tubi Malcharzik einen queeren Blick auf die eigene, deutsch-polnische Familiengeschichte und begibt sich auf die Suche nach diesem vertrauten, aber unentschlüsselten Loch im kollektiven Familiengedächtnis. Einhundert Jahre nach der Volksabstimmung in der Grenzregion Oberschlesien, fünfzig Jahre nach dem Kniefall Willy Brandts und nachdem die Familie im Grenzdurchgangslager Friedland in der Bundesrepublik Deutschland ankam, nimmt Tubi Malcharzik das Wort “Paskudnik” zum Ausgangspunkt, um gemeinsam mit einem interdisziplinären Team deutsch-polnische Migrationsgeschichte rückwärts aufzurollen. Durch immersive Soundflächen, Erzählteppiche und Imagination öffnen sie einen queeren und postmigrantischen Erinnerungsraum. Sie laden das Publikum an den Esstisch einer oberschlesischen Familienfeier und auf die Oberfläche einer Dating-App ein, bis diese Orte sich für die Dauer eines Songs verbinden. Anhand von einem roten Samtkleid, Mythen zu hohen Wangenknochen, sowie Songs von t.A.T.u. und Peter Alexander berührt die Performance Fragen zu Geschlechterrollen und Sexualität, Queerness und Antislawismus, sowie polnisch-deutscher Erinnerungskultur.

Konzept + Performance: Tubi Malcharzik. Dramaturgie: Isabelle Edi. Künstlerische Mitarbeit & Produktionsleitung: Marten Flegel aka Marty Damour. Musik & Sound: Luyu Zou, (mohammad) adika rahman. Kostüm: Anna Schall. Künstlerische Mitarbeit + Übertitel: Julia Kostka, Natalie Pielok (Grupa Mauczka). Licht: Josephine Mielke. Polnische Übersetzung: Agnieszka Kozłowska. Englische Übersetzung: Desz Debreceni. Bühnenbild-Mitarbeit: Amelie Sabbagh. Beratung: Marie-Christin Rissinger. Dank an Zuzanna Zając, Paweł Świerczek, LaQuèfa, Magdalene Gööck, Aaron Josi Sternbauer & Paweł Matusz


Tubi Malcharzik (keine Pronomen) arbeitet als Performer*in, Dramaturg*in und DJ. In Performances, Audio-Essays sowie in forschenden und vermittelnden Projekten beschäftigt sich Tubi mit queerer Erinnerung, Nicht-Binarität, deutsch-polnischen Migrationsgeschichten und scheinbar unmöglichen Duetten – sowohl solo (PASKUDNIK, COMEBACK) als auch in kollaborativen und kollektiven Arbeiten (Holy Spits / Święta Ślina - acts towards unbinary states (Grupa Mauczka), Sprachnachrichten über Schlonsken, Funken bis Uranus). Die Arbeiten wurden u.a. in der Schwankhalle Bremen, brut (Wien), PACT Zollverein (Essen), Pawilon (Poznań), Manifesta 16 Ruhr, KVOST Berlin und LOFFT – Das Theater (Leipzig) gezeigt. Neben der künstlerischen Arbeit ist Tubi auf der Tanzfläche zuhause, Gründungsmitglied der DJ Kollektivs »soft spot« (Hannover) sowie »KISSEN« (Wien) und legte als aua&angst u.a. auf dem Hyperreality Festival (Wien), SISTERS+  (Wien), transmediale (Berlin) und bei der dyke* night (Witten) auf.


Fotos: Christine Miess
 

Tickets

  • Karte für Alle
    5,00 €
  • Karte für Viele
    10,00 €
  • Karte für Einige
    15,00 €
  • Karte für Manche
    25,00 €
zum Warenkorb